Pressemitteilung zur Präsentation der Ausstellung in den Räumlichkeiten der PaxBank, Erfurt

"Ölbiographien"

Eine Ausstellung thematisiert Lebensgeschichten von Menschen, die sich radikal änderten. Wegen der Erdölförderung in ihrem Land.

Erfurt (BiP). "Ölbiographien" heißt eine Ausstellung, die vom 18. März bis 19. April 2013 in der Pax-Bank Erfurt zu sehen ist. Die lebensgroßen Porträts dokumentieren, wie sich das Leben der Betroffenen durch die Erdölförderung verändert hat.

Die Lagerstätten in Doba befinden sich in einer armen Region, die von der Landwirtschaft geprägt ist. Mit dieser individuellen Präsentation soll Öffentlichkeit für die Lebenssituation der Menschen geschaffen werden. Mit ihrer Lebensgeschichte melden sie sich zu Wort. Sie sind BäuerInnen, Dorfälteste, arbeiten beim Radio oder in der Krankenstation. Sie fordern ein Leben in Würde. Sie fordern Entwicklung. Die Ausstellung unterstützt die Arbeit der Partner in der Erdölregion im Süden des Tschad, die sich für die Wahrung der Rechte der lokalen Bevölkerung einsetzen.

Die Ausstellung kann während der nachfolgend aufgeführten Öffnungszeiten der PAX-Bank besichtigt werden.
Mo.-Mi.  9:00-16:30 Uhr; Do. 9:00-17:30 Uhr; Fr. 9:00-13:00 Uhr

Die Pax-Bank befindet sich am Herrmannsplatz 4 in Erfurt.

13.3.2013

Die Pressemitteilung finden Sie hier.

Ausstellung im Diakonischen Werk der EKD, Stuttgart

Pressemitteilung der EKD

Stuttgart, 08.02.2012
Ölbiographien – Wie Erdöl das Leben im Tschad verändert

"Brot für die Welt" präsentiert Ausstellung zu Rohstoffgerechtigkeit

"Ölbiographien" heißt eine Ausstellung, die bis zum 20. Februar im Diakonischen Werk der EKD in Stuttgart zu sehen ist. Dokumentiert wird, wie die Erdölförderung das Leben der Menschen im Süden des Tschad verändert hat. "15 lebensgroße Foto-Rollups veranschaulichen anhand konkreter Einzelschicksale, was geschieht, wenn ein transnationaler Konzern Öl fördert, ohne international anerkannte soziale und ökologische Standards einzuhalten", erklärte Ulrich Gundert, Leiter der Abteilung Projekte und Programme von "Brot für die Welt", zur Eröffnung. "Ölbiographien" stellt die Folgen eines unangepassten Ressourcenabbaus in einem der ärmsten Länder der Erde dar.

Neun Jahre nach Beginn der Erdölförderung hat sich die landwirtschaftlich geprägte Doba-Region im Süden des Tschads grundlegend verändert. Wurde die Förderung des "Schwarzen Goldes" zunächst von tschadischer Regierung und Weltbank als Musterprojekt der Armutsbekämpfung gefeiert, so ist sie längst zu einem existenzbedrohenden Problem geworden: 725 Bohrlöcher, Pumpstationen, Lagerhallen, Pipelines und Pisten zerschneiden heute die Landschaft. Überall sind Wach- und Sicherheitsdienste präsent und schränken die Bewegungsfreiheit der Menschen ein. Für die traditionelle Landwirtschaft stehen nur noch kleine, parzellierte Flächen bereit, die den Menschen kein Auskommen mehr sichern. Das unangepasste Entschädigungssystem von ESSO hat zur Verarmung und zur Eskalation von sozialen Problemen beigetragen.

"Ölbiographien" stellt mit Bildern und kurzen Texten einen Kontrapunkt zu den Hochglanz-Fotos in den Geschäftsberichten von Esso dar, die eine vor Zuversicht und Optimismus strahlende Bevölkerung zeigen. Begleitmaterialien zur Ausstellung verweisen auf die Arbeit der Partner von "Brot für die Welt" im Tschad, die sich für einen kritischen Dialog mit ESSO, eine nachhaltige Entwicklung der Region Doba und ein Leben in Würde einsetzen.

"Ölbiographien – Eine Ausstellung über Rohstoffgerechtigkeit" ist vom 7. bis 20. Februar im Foyer des Diakonischen Werks, Stafflenbergstraße 76, 70184 Stuttgart zu sehen. Öffnungszeiten sind: montags – freitags von 9.00 bis 16.00Uhr (Samstag/Sonntag ge-schlossen). Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist besonders für Schulklassen geeignet. Führungen sind nach Absprache möglich (über Michael Schirmer: m.schirmer@brot-fuer-die-welt.de)

O-Ton zur Ausstellung: Claudia Frank – Koordinatorin der Arbeitsgemeinschaft Tschad

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.


O-Ton zur Ausstellung: Svenja Starke – Regionalverantwortliche für Tschad bei Brot für die Welt

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.


O-Ton zur Ausstellung: Michael Schirmer – Team Menschenrechte für die Region Afrika und Asien bei Brot für die Welt

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.


Pressemitteilung: Aktuelle Sonderausstellung: Ölbiographien - eine Ausstellung für Rohstoffgerechtigkeit. 11. Januar – 05. Februar 2012 in der Galerie Alte Feuerwache, Göttingen

Eröffnung ist am Mittwoch, den 11.01. um 18.15 Uhr
Begrüßung und Einführung Prof. Dr. Nikolaus Schareika (Institut für Ethnologie der Universität Göttingen) und Claudia Frank (AG Tschad, Berlin).

Gemeinsam mit dem Institut für Ethnologie der Universität Göttingen zeigt das Institut für angewandte Kulturforschung (ifak) die Ausstellung Ölbiographien. (www.erdoel-tschad.de)

Die Ausstellung dokumentiert wie sich das Leben der Menschen im Tschad durch die Erdölförderung verändert hat. Die Erdölregion Doba im Tschad befindet sich in einer armen, landwirtschaftlich geprägten Region des Landes. Die Ölförderung wurde zunächst als ein Entwicklungsfortschritt für den Tschad gefeiert. Jedoch entwickelte sie sich alsbald zum Problem für die dort ansässige Bevölkerung: Menschenrechtsverletzungen, Gesundheitsschädigungen, Umweltverschmutzung, zunehmende Verarmung und eine Verschärfung sozialer Konflikte beherrschen ihren Alltag. Anhand von lebensgroßen Porträts wird auf anschauliche Art und Weise auf die Lebenssituation der Menschen vor Ort aufmerksam gemacht. Vom Wandel Betroffene kommen mit ihren Biographien zu Wort. Sie sind BäuerInnnen, LehererInnen, arbeiten in der Krankenstation oder beim lokalen Radiosender. Sie fordern Entwicklung, aber auch ein Leben in Würde.

Begleitend zur Ausstellung finden wöchentlich immer mittwochs Vorträge statt, die einen tieferen Einblick in die Thematik und die Region vermitteln.

Begleitprogramm:

Mittwoch 18.1., 18.15 Uhr: Erdöl und die soziale Transformation ländlicher Gesellschaften -Forschungsergebnisse aus dem südlichen Tschad. Remadji Hoinaty, Halle / Saale
Mittwoch 25.01., 18.15 Uhr: Fluch aus der Ferne. Erdöl, Widerstand und Entwicklung im Osten des Tschad. Dr. Andrea Behrends, Halle/Saale
Mittwoch 01.02., 18.15 Uhr: Trocknet der Tschadsee aus? Ökologische Bedrohung im afrikanischen Sahel. Prof. Dr. Ulrich Braukämper, Göttingen

Veranstaltungsort: Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, Göttingen Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag 10-12 Uhr und 15-18 Uhr, Samstag 15-18 Uhr

Für weitere Informationen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf: Institut für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak), Wilhelmsplatz 3, Göttingen, Tel. 0551-487066, ifak@comlink.org.

Presse

Ölförderung und Menschenrechte im Tschad: „Die Menschen werden terrorisiert“. Ein Interview mit dem Bischof Kouraleyo aus der Diözese Moundou berichtet über die Auswirkungen der Ölförderung in der Region Doba.

Kirchentag Dresden 2011: Aktionsbündnis Rohstoffe für eine gerechte Welt auf dem Evangelischen Kirchentag

1.6. - 5.6. 2012, Dresden

Aktionsstand und Ausstellung "Ölbiographien" Das Bündnis "Rohstoffe für eine gerechte Welt" hat auf dem Kirchentag in Dresden mit einem Aktionsstand und der Ausstellung "Ölbiographien" auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bevölkerung in der Erdölregion Doba im Tschad und entlang der Pipeline durch Kamerun aufmerksam gemacht. Die als Wanderausstellung konzipierten Porträts wurden erstmals gezeigt. In einer individualisierten Darstellung werden die Folgen von Investitionen im Bergbausektor aufgezeigt. Die Porträts wurden gemeinsam mit den Holz- und Stahlskulpturen "Steel in Motion" von Eugen Schütz (KWAKU) ausgestellt. Mitmachaktionen, die der RecyclingArt-Künstler anleitete, gaben den BesucherInnen die Möglichkeit, den eigenen Bezug zur Rohstoffsituation künstlerisch ausdrücken. Eine Podiumsdiskussion und Werkstattgespräche gaben Gelegenheit, mit den Gästen aus dem Tschad selbst ins Gespräch zu kommen. 
Ein Programmflyer ist erhältlich Flyer Kirchentag 2011

Bilder vom Kirchentag (Fotograf: Martin Zint)